PLÖTZLICHER HERZTOD IM SPORT

 

Plötzlicher Herztod im Sport – wie gefährlich ist Sport wirklich? Immer wieder hören oder lesen wir von jungen, gesunden Sportlern, die während des Sports wie aus dem Nichts tot umfallen – der sogenannte „plötzliche Herztod im Sport“.

 

Jeder plötzliche Herztod ist eine enorme Tragödie. Angehörige und Freunde fragen sich: „wie konnte das passieren?“ und „hätten wir irgendetwas tun können?“

 

 

 

SPORTTUTOR erklärt

•  Wie häufig ist der plötzliche Herztod im Sport?

•  Was sind die Ursachen des plötzlichen Herztodes im Sport?

•  Gibt es Risikofaktoren oder Warnzeichen, die im Vorfeld erkannt werden können?

•  Kann ich mich vor einem plötzlichen Herztod schützen?

•  Ist Sport wirklich gefährlich?

 

 

 

Häufigkeit des plötzlichen Herztodes im Sport

Zunächst gibt es hier eine sehr gute Nachricht. Der plötzliche Herztod im Sport ist ein seltenes Ereignis. Man geht davon aus, dass es bei etwa zwei von 100.000 jungen Sportlern pro Jahr während des Sports zu einem plötzlichen Todesfall kommt. Wenn man berücksichtigt, wieviel Stunden Sport jeden Tag, jeden Monat und jedes Jahr in Deutschland getrieben werden, ist folgende Zahl vielleicht etwas anschaulicher. Auf 100.000 bis eine Million Stunden Sport kommt es etwa zu einem Fall von plötzlichen Herztod. Trotzdem sprechen wir von wahrscheinlich bis zu drei Todesfällen pro Tag.

 

 

 

Ursachen des plötzlichen Herztodes

Dem plötzlichen Herztod beim Sport liegen meist nicht erkannte Erkrankungen zugrunde. Die betroffenen Sportler waren also nur vermeintlich gesund.

 

Bei jungen Sportlern (< 35 Jahre) dominieren als Ursache des plötzlichen Herztodes meist angeborene Erkrankungen des Herzmuskels oder seltener elektrische Herzerkrankungen, die zu Herzrhythmusstörungen führen können. Von großer Bedeutung ist die erworbene entzündliche Herzerkrankungen, die Herzmuskelentzündung oder Myokarditis, z. B. nach einem verschleppten Infekt. Aber auch ein harter Aufprall auf den Brustkorb durch einen Ball kann zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen und plötzlichen Herztod führen.

 

Bei älteren Sportlern (> 35 Jahre) spielen angeborene Herzerkrankungen nicht mehr eine so große Rolle. Die Hauptursache für plötzliche Todesfälle ist ganz klar die nicht erkannte oder nicht ausreichend behandelte Durchblutungsstörung des Herzens, die sogenannte koronare Herzkrankheit.

 

 

 

Risikofaktoren und Warnzeichen des plötzlichen Herztodes

Es gibt insbesondere drei Faktoren, die das Risiko für einen plötzlichen Herztod beim Sport deutlichen erhöhen.

 

Risikofaktor Mann: Männer sind überdurchschnittlich häufiger betroffen als Frauen (5 - 15fach erhöhtes Risiko).

 

Risikofaktor Alter: Mit dem Alter steigt das Risiko für einen plötzlichen Herztod stetig an. Männer über 60 Jahre haben ein etwa fünffach erhöhtes Risiko.

 

Risikofaktor Intensität des Sports: Das Auftreten eines plötzlichen Herztodes ist abhängig von der Intensität des Sports. Insbesondere Überforderung ist potentiell gefährlich. Nicht zufällig treten die meisten plötzlichen Herztode beim Marathon auf den letzten Kilometern auf (das war schon in der Antike so). Das höchste Risiko für einen plötzlichen Herztod beim Sport haben untrainierte Männer bei ungewohnten hohen Trainingsbelastungen („weekend warriors“).

 

Risikofaktor verschleppter Infekt: Bei jedem Infekt ist eine ausreichend lange Sportpause wichtig. Wird zu früh mit dem Training oder Wettkampf begonnen, drohen bleibende Herzschäden und das Risiko für einen plötzlichen Herztod ist deutlich erhöht. Im Zweifel sollte immer eine Rücksprache mit dem Hausarzt erfolgen.

 

 

 

Treten erstmals Beschwerden beim Sport auf oder verstärken sich vorhandene Beschwerden während körperlicher Belastung, muss dies immer ernstgenommen und ärztlich abgeklärt werden.

 

 

 

Besonders folgende Symptome dürfen nicht ignoriert werden:

•  Schmerzen oder Engegefühl in der Brust

•  Luftnot/Kurzatmigkeit

•  Das Gefühl von Herzrhythmusstörungen wie Herzstolpern oder Herzrasen

•  Schwindel oder Ohnmachtsanfälle

 

Kommen Herzerkrankungen in der Familie gehäuft vor oder ist es bei engen Verwandten schon zu Fällen von plötzlichen Herztod gekommen, ist dies auch immer ein Grund vor Beginn mit dem Sport einen Arzt aufzusuchen.

 

 

 

Sinnvolle Vorsorgeuntersuchungen für gesunde Sportler

Alle internationalen Fachgesellschaften sind sich einig, dass sich jeder Sportler spätestens ab dem 15. Lebensjahr, regelmäßig von einem sportmedizinisch erfahrenen Arzt untersuchen lassen soll. Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention empfiehlt je nach individueller Risikokonstellation regelmäßig folgende sportärztliche Untersuchungen:

 

•  Anamnese

•  Ausführliche körperliche Untersuchung

•  Ruhe-EKG

•  Lungenfunktionstest

•  Belastungsuntersuchungen wie Belastungs-EKG

•  Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie)

•  Weitere spezielle Untersuchungen, Laboruntersuchungen, Urinuntersuchungen

 

 

 

Ist Sport wirklich gefährlich?

Diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten. Körperliche Aktivität ist tatsächlich mit einem erhöhten Risiko z. B. für das Auftreten von Herzinfarkten verbunden. Auf der anderen Seite gilt es als gesichert, dass regelmäßiges moderates Training das Herzinfarktrisiko erheblich senken kann. Das „Sport-Paradoxon“.

 

Werden sportliche Aktivitäten individuell dosiert und nicht übertrieben, sinnvolle Vorsorgeuntersuchungen bei erfahrenen Hausärzten und Sportmedizinern wahrgenommen und gewisse „Spielregeln“, wie die ausreichende Sportpause bei Infekten beachtet, überwiegen nach heutigen Erkenntnissen die positiven Effekte.

 

Also ab nach draußen!

 

 

 

Euer SPORTTUTOR

Mind Your Balance

 

NÄCHSTER BLOG

© 2018 SPORTTUTOR | All rights reserved